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Felgen polieren: Unterschied zwischen den Versionen

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[http://www.tdm-forum.net/user.php?id=4162 by AIC-Peter]
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Nachdem doch Anfragen bei mir waren, ob ich nicht ein paar Tips geben kann wie ich meine Felgen lackiert und das Felgenbett poliert habe, versuche ich hier jetzt ne kurze Zusammenfassung wiederzugeben.
 
Nachdem doch Anfragen bei mir waren, ob ich nicht ein paar Tips geben kann wie ich meine Felgen lackiert und das Felgenbett poliert habe, versuche ich hier jetzt ne kurze Zusammenfassung wiederzugeben.
  
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Am besten geht das wenn man die Felge mit einem durchgestecktem Rundstahl drehbar in Einbaulage an der Werkbank befestigen kann. Kurz warten (ca.10-15Min) und dann gehts los. Bei meiner Yamaha-Vorderfelge ging der Lack so leicht runter, daß ich ihn eigentlich nur mit nem Lappen und nem kleinen Kunststoffschaber runtergewischt habe.  
 
Am besten geht das wenn man die Felge mit einem durchgestecktem Rundstahl drehbar in Einbaulage an der Werkbank befestigen kann. Kurz warten (ca.10-15Min) und dann gehts los. Bei meiner Yamaha-Vorderfelge ging der Lack so leicht runter, daß ich ihn eigentlich nur mit nem Lappen und nem kleinen Kunststoffschaber runtergewischt habe.  
 
Wobei der Lack zugebenerweise schon ziemlich angegriffen war.
 
Wobei der Lack zugebenerweise schon ziemlich angegriffen war.
[img]http://www.tdm-forum.net/photos/0000004162_KqmO4GdaJA.jpg[/img]
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Hinten wars nicht ganz so einfach, die Suzi Felge war schon 2mal lackiert worden.
 
Hinten wars nicht ganz so einfach, die Suzi Felge war schon 2mal lackiert worden.
 
Hat aber auch funktioniert - muss man nur Abschnittsweise vorgehen. Ich hab mir ein Stück Hartkunststoffrohr aus der E-Aufputzinstallation genommen, damit konnte ich den angelösten Lack Milimeterweise runterkratzen.
 
Hat aber auch funktioniert - muss man nur Abschnittsweise vorgehen. Ich hab mir ein Stück Hartkunststoffrohr aus der E-Aufputzinstallation genommen, damit konnte ich den angelösten Lack Milimeterweise runterkratzen.
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Nach 2-3 Durchgängen war das Ergebnis schon nicht schlecht.
 
Nach 2-3 Durchgängen war das Ergebnis schon nicht schlecht.
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Anschließend die blanken Felgenbetten mit 320er Naßschleifpapier so lange schleifen bis alle Lackreste und kleine Kratzer ect. weg sind und das Felgenbett schön gleichmäßig geschliffen ist. Das muss nicht glänzen und feineres Schleifpapier ist auch nicht erforderlich.
 
Anschließend die blanken Felgenbetten mit 320er Naßschleifpapier so lange schleifen bis alle Lackreste und kleine Kratzer ect. weg sind und das Felgenbett schön gleichmäßig geschliffen ist. Das muss nicht glänzen und feineres Schleifpapier ist auch nicht erforderlich.
  
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Hab ich bewusst in dieser Reihenfolge gemacht, da sonst der Polierte Bereich evtl. in den Lackbereich geht und dann die Lackhaftung an der Kante fraglich ist. (Wachs ist schließlich ein Trennmittel und der Lackhaftung nicht zuträglich)
 
Hab ich bewusst in dieser Reihenfolge gemacht, da sonst der Polierte Bereich evtl. in den Lackbereich geht und dann die Lackhaftung an der Kante fraglich ist. (Wachs ist schließlich ein Trennmittel und der Lackhaftung nicht zuträglich)
 
Also den alten Lack mit 320er Naßschleifpapier anschleifen (ich hab den blauen Altlack komplett mit dem Loctite Zeugs entfernt, da die Haftung total besch... war und ich kein Risiko eingehen wollte) und den blanken Felgenbettbereich mit Klebeband abdecken und den Mittelteil der Felge lackieren - wegen der Reinigungsfreundlichkeit am besten mit einem 2-Schicht Lack, d.h. die letzte Schicht ist Klarlack.
 
Also den alten Lack mit 320er Naßschleifpapier anschleifen (ich hab den blauen Altlack komplett mit dem Loctite Zeugs entfernt, da die Haftung total besch... war und ich kein Risiko eingehen wollte) und den blanken Felgenbettbereich mit Klebeband abdecken und den Mittelteil der Felge lackieren - wegen der Reinigungsfreundlichkeit am besten mit einem 2-Schicht Lack, d.h. die letzte Schicht ist Klarlack.
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'''3.) Felgenbett polieren'''
 
'''3.) Felgenbett polieren'''
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Wer im Winter fahren will, sollte sich das polieren ganz schnell aus dem Kopf schlagen, Streusalz macht aus blankem Alu Blumenkohl.
 
Wer im Winter fahren will, sollte sich das polieren ganz schnell aus dem Kopf schlagen, Streusalz macht aus blankem Alu Blumenkohl.
 
Ich als Bruchstrichfahrer hab mit meinen sonstigen polierten Teilen am M´chen bisher keine Problem, nach dem Waschen einfach Trockenreiben, evtl. kurz mit NeverDull kurz nachpolieren und meine bisherigen Felgen reibe ich leicht mit WD40 auf nem Stück Polierwatte ein - dann lässt sich der Kettenschmodder beim nächsten Putzen wieder viel leichter entfernen. Seit ich den Osco-Öler dran hab, ist das eh viel besser, da das Osco-Öl wesentlich einfach runter geht als Kettenfett.
 
Ich als Bruchstrichfahrer hab mit meinen sonstigen polierten Teilen am M´chen bisher keine Problem, nach dem Waschen einfach Trockenreiben, evtl. kurz mit NeverDull kurz nachpolieren und meine bisherigen Felgen reibe ich leicht mit WD40 auf nem Stück Polierwatte ein - dann lässt sich der Kettenschmodder beim nächsten Putzen wieder viel leichter entfernen. Seit ich den Osco-Öler dran hab, ist das eh viel besser, da das Osco-Öl wesentlich einfach runter geht als Kettenfett.
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Update: Zwischenzeitlich habe ich an Stelle des WD40 mal was neues probiert (weils mit WD40 nicht mehr soooo schön glänzt), und zwar die Alu-Spiegelpolitur der Firma ROT-WEISS und anschließend die Felgenversiegelung der selben Firma und bin absolut begeistert!
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Jetzt brauch ich keinen Felgenreiniger oder dgl. mehr, einfaches Autoshampoo im Waschwasser genügt um das Kettenöl von der Felge zu kriegen!
  
 
So - ich hoffe ich hab allen potentiellen Polierwütigen jetzt die gewünschten Infos geben können und habe keinen abgeschreckt....   
 
So - ich hoffe ich hab allen potentiellen Polierwütigen jetzt die gewünschten Infos geben können und habe keinen abgeschreckt....   
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Gruß aus Bayern
 
Gruß aus Bayern
Peter
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AIC-Peter

Aktuelle Version vom 12. Oktober 2007, 22:49 Uhr

by AIC-Peter

Nachdem doch Anfragen bei mir waren, ob ich nicht ein paar Tips geben kann wie ich meine Felgen lackiert und das Felgenbett poliert habe, versuche ich hier jetzt ne kurze Zusammenfassung wiederzugeben.

1.) Entlacken: man kann die Lackschicht auf dem Felgenbett natürlich mit Schleifpapier entfernen, mein Tip (aus dem Fighterforum übernommen) lautet aber Loctite 7200 Cleaner-Dichtungsentferner. Felgenstern an der Drehkante (da wo das polierte aufhört und der Lack anfängt) abkleben und dann die Fläche mit dem Loctite Spray/Schaum einsprühen. Am besten geht das wenn man die Felge mit einem durchgestecktem Rundstahl drehbar in Einbaulage an der Werkbank befestigen kann. Kurz warten (ca.10-15Min) und dann gehts los. Bei meiner Yamaha-Vorderfelge ging der Lack so leicht runter, daß ich ihn eigentlich nur mit nem Lappen und nem kleinen Kunststoffschaber runtergewischt habe. Wobei der Lack zugebenerweise schon ziemlich angegriffen war. http://www.tdm-forum.net/photos/0000004162_KqmO4GdaJA.jpg Hinten wars nicht ganz so einfach, die Suzi Felge war schon 2mal lackiert worden. Hat aber auch funktioniert - muss man nur Abschnittsweise vorgehen. Ich hab mir ein Stück Hartkunststoffrohr aus der E-Aufputzinstallation genommen, damit konnte ich den angelösten Lack Milimeterweise runterkratzen. http://www.tdm-forum.net/photos/0000004162_VgaGsCODrx.jpg Nach 2-3 Durchgängen war das Ergebnis schon nicht schlecht. http://www.tdm-forum.net/photos/0000004162_FQKo4Z3gWU.jpg Anschließend die blanken Felgenbetten mit 320er Naßschleifpapier so lange schleifen bis alle Lackreste und kleine Kratzer ect. weg sind und das Felgenbett schön gleichmäßig geschliffen ist. Das muss nicht glänzen und feineres Schleifpapier ist auch nicht erforderlich.

2.) Felgenstern lackieren: Bevor poliert wird, habe ich den Stern lackiert. Hab ich bewusst in dieser Reihenfolge gemacht, da sonst der Polierte Bereich evtl. in den Lackbereich geht und dann die Lackhaftung an der Kante fraglich ist. (Wachs ist schließlich ein Trennmittel und der Lackhaftung nicht zuträglich) Also den alten Lack mit 320er Naßschleifpapier anschleifen (ich hab den blauen Altlack komplett mit dem Loctite Zeugs entfernt, da die Haftung total besch... war und ich kein Risiko eingehen wollte) und den blanken Felgenbettbereich mit Klebeband abdecken und den Mittelteil der Felge lackieren - wegen der Reinigungsfreundlichkeit am besten mit einem 2-Schicht Lack, d.h. die letzte Schicht ist Klarlack. http://www.tdm-forum.net/photos/0000004162_DzTrMfT3eG.jpg

3.) Felgenbett polieren Ich hab mir von Tante Louise des Luxus-Polierset gegönnt, da sind 3 verschiedene Scheiben und 2 Wachse dabei. Am besten geeignet ist ne Ständerbohrmachine oder ähnliches - auf jeden Fall muss die Bohrmaschine fest sein. Drehzahl ca. 2500 bis 3000 U/min. Dann zuerst mit der Groben (festen) Scheibe und dem weißen Vorpolierwachs evtl. noch vorhandene Kratzer auspolieren, dabei nicht an einer Stelle schruppen sondern immer schön in Bewegung bleiben, damit es keine Vertiefungen gibt. Ich hab damit noch aus der Vorderfelge die Riefen vom Überdrehen des Felgenbettes (das macht Yamaha vor dem lacken) entfernt. Dann mit der mittleren Baumwollscheibe und dem rotem Glanzpolierwachs alle Flächen schön gleichmäßig bearbeiten - immer schön in Bewegung bleiben und nicht zu fest aufdrücken - das wird schon. Nicht versuchen das Ergebnis zu erzwingen sondern schön gleichmäßig arbeiten. Wer will kann am Schluß noch mit der feinen Scheibe nacharbeiten. Aber immer nur das passende Wachs zu den betreffenden Scheiben verwenden und evtl. vor dem Wechsel auf die nächst feinere Scheibe die Wachsanhaftungen an den Polierflächen entfernen (z.B. mit dem Fingernagel wegschaben) WICHTIG! Immer schön gleichmäßig, nicht zu feste aufdrücken und aufpassen daß es einem den Polieraufsatz nicht verkantet und die Felge aus der Hand reißt!!! Aufpassen, daß man nicht zu viel auf den frischen Lack des Felgenstern kommt, bei mir hat es im Randbereich aber keine sichtbaren Spuren gegeben - also halb so wild!

Noch ein Hinweis: das Polieren ist eine unglaubliche SCHWEINEREI!!! 8o Die Polierscheiben lösen sich langsam auf und die Wachsig klebrigen Flusen verteilen sich großflächig im ganzen Raum. Am besten großflächig alles Abdecken, man selber schaut anschließend aus wie ein Grubenarbeiter! Die mitgelieferte Staubschutzmaske ist kein Luxus und unbedingt empfehlenswert!!!

Aber bei allen Mühen, Schweinerei im Keller, bis aufs Nagelbett abgeschliffene Fingernägel (sehr schmerzhaft) wenn das fertige Entergebnis vor einem liegt, kann man mit dem Felgenbett um die Wette strahlen und bereut nichts!!! http://www.tdm-forum.net/photos/0000004162_CeydQZCZrI.jpg

4.) Pflege im Alltag: Wer im Winter fahren will, sollte sich das polieren ganz schnell aus dem Kopf schlagen, Streusalz macht aus blankem Alu Blumenkohl. Ich als Bruchstrichfahrer hab mit meinen sonstigen polierten Teilen am M´chen bisher keine Problem, nach dem Waschen einfach Trockenreiben, evtl. kurz mit NeverDull kurz nachpolieren und meine bisherigen Felgen reibe ich leicht mit WD40 auf nem Stück Polierwatte ein - dann lässt sich der Kettenschmodder beim nächsten Putzen wieder viel leichter entfernen. Seit ich den Osco-Öler dran hab, ist das eh viel besser, da das Osco-Öl wesentlich einfach runter geht als Kettenfett. Update: Zwischenzeitlich habe ich an Stelle des WD40 mal was neues probiert (weils mit WD40 nicht mehr soooo schön glänzt), und zwar die Alu-Spiegelpolitur der Firma ROT-WEISS und anschließend die Felgenversiegelung der selben Firma und bin absolut begeistert! Jetzt brauch ich keinen Felgenreiniger oder dgl. mehr, einfaches Autoshampoo im Waschwasser genügt um das Kettenöl von der Felge zu kriegen!

So - ich hoffe ich hab allen potentiellen Polierwütigen jetzt die gewünschten Infos geben können und habe keinen abgeschreckt.... Wer den nötigen Platz und das Werkzeug hat - nur Mut! Wer aber zwei linke Hände hat und sich das nicht zutraut, der sollte dann doch lieber nen Profi ranlassen, hab schon hier im Forum gehört, daß man das Polieren für ca.200 Teuronen bekommen kann. Lackieren geht natürlich noch extra.

Viel Spaß beim Polieren, alle Angaben für Nachmacher natürlich ohne Gewähr, wenn jemand seine Felge dabei schrottet - selber schuld!



Gruß aus Bayern

AIC-Peter